Die Lasche wird nach unten gedrückt, das vertraute Zischen ist zu hören und nichts steht der Erfrischung im Weg. Aber wie kommt das Getränk eigentlich in die Dose? Wir haben bei Simon Gröner nachgefragt, Gründer und Geschäftsführer von Füllkopf. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und ist besonders auf Start-ups und kleinere Brauereien spezialisiert und bietet von der Abfüllung bis zur Inline-Etikettierung alles aus einer Hand.

Was passiert eigentlich bei der Abfüllung einer Getränkedose?

Wir unterscheiden zunächst zwischen zwei Produktgruppen. Fertigerzeugnisse wie Bier und Wein, sowie Grundstoffe für Limonaden und Energydrinks.

Fertigerzeugnisse werden vom Hersteller angeliefert und meist direkt in die Dose abgefüllt. Energydrinks bspw. werden hingegen als Sirup angeliefert. Dies ist der Grundstoff der nach einer genauen Rezeptur in einer Art Mixer gemischt und dann abgefüllt wird. Die Leerdosen, Deckel und Verpackungsmaterial werden für die Abfüllung bei uns angeliefert. Dann werden sdie Dosen gespült, abgefüllt und verschlossen. Je nach Wunsch ist eine Pasteurisierung möglich.

Bevor die Dosen verpackt werden, wird die Füllhöhe kontrolliert, dabei fehlerhafte Dosen aussortiert, der Dosenboden wird mit dem MHD und der Chargen-/Losnummer bedruckt und anschließend werden die Blankodosen mit „Papier-Rundum-Etiketten“ versehen.  Zum Schluss werden die Versandeinheiten auf die Palette gesetzt und zum Abtransport bereitgestellt oder eingelagert.

Ihr sitzt mit eurem Unternehmen auf der schwäbischen Alb, welche Rolle spielt der Transport/Logistik bei euch?

Schwäbische Alb hört sich erstmal nach Landleben und Abgeschiedenheit an. Aber unsere Standortwahl haben wir mit Blick auf die Logistik getroffen und vereint Wirtschaftlichkeit und schwäbische Idylle: 20km entfernt von der A7, 30km entfernt von der A8, 30km bis zum Containerterminal in Dornstadt, 60km bis zum Binnenhafen in Stuttgart. Tür an Tür mit einem Full-Service-Logistiker. Das spart Geld und Ressourcen durch die Vermeidung von Leerfahrten, weil die Lkws „vor der Haustüre sind“, wird CO2 eingespart.

Gerade die Dose hat den Vorteil, dass der gewichtsmäßige Anteil der Verpackung gegenüber dem Produkt sehr gering ist. Anders gesagt: Ein Standard-Sattelzug kann 24 Tonnen zuladen/transportieren, bei Getränkedosen bedeutet dies, dass 23 Tonnen Ware transportiert wird, bei nur einer Tonne Verpackung. Bei Glasflaschen sind es rund 14 Tonnen Ware, bei entsprechend 10 Tonnen Verpackung. Damit reduzieren sich die Transportkosten, die verbundenen CO2 Emissionen und das Verkehrsaufkommen.

Was macht die Dose für euch zu einer guten Getränkeverpackung?

Unser Unternehmen versucht bei dieser Frage immer eine Lanze für alle Getränkeverpackungen zu brechen. Generell sollte jede Verpackungsart ihre Berechtigung haben. Wir als Konsumenten müssen dabei aber entscheiden, zu welchem Zweck wir welche Verpackungsart auswählen.

Eine Mehrweg-Glasflasche ist nicht zwangsweise die beste Wahl, da diese neben Poolflaschen unter anderem Individualgebinde sind, die nur ein oder ein paar wenige Hersteller nutzen können, sodass die Leerflaschen oftmals quer durchs Land transportiert werden müssen zu Ihrem „Heimatabfüller“.

Wir sehen die Dose als gute Getränkeverpackung, weil sie zu 99% recycelbar ist. Das Recycling kann dabei weltweit stattfinden, nahezu unendlich oft. Der Werkstoff Aluminium ist gefragt, sodass das Risiko des Nicht-Recyclings gering ist, weil damit gutes Geld zu verdienen ist.

Und wie eingangs erwähnt, die richtige Verpackung, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, zum richtigen Nutzen – das ist entscheidend.